Eine Vision für Nürnberg und Fürth

Ein Stadtkanal statt der Stadtautobahn zwischen Nürnberg und Fürth. Die Schaffung eines Wasserweges als zukunftsweisende innerstädtische Alternative zu Stau, Lärm und der platz- und kostenintensiven A73.

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NFSK gewinnt Jurypreis beim renommierten SPIEGEL Social Design Award 2022

Spiegel Social Design Award in Hamburg am 7.11.2022, Preisverleihung im Spiegelhaus,
v.li.: Moderator Philipp Löwe (links), Katharina Winter und Theobald Fuchs (Sieger Jurypreis “Nürnberg Fürther Stadtkanal”), Friedrich von Borries (Jurymitglied)
Foto: DER SPIEGEL / KATRIN WÜRTEMBERGER

Der Stadtkanal

Heute führt die Autobahn A73 quer durch das Gebiet der Städte Nürnberg und Fürth. Dieser sogenannte “Frankenschnellweg” wurde in den 1960er Jahren auf der Trasse des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals errichtet. Die aktuelle Diskussion dreht sich darum, wie die alltäglichen Staus auf dieser Autobahn, die Nürnberg in eine nördliche und südliche Hälfte zerschneidet, verwaltet werden könnten. Die Pläne für eine Untertunnelung hierfür würden sehr große Mengen Geld verschlingen, aber am Grundproblem eines permanenten Verkehrskollaps’ nichts ändern können.

Der Nürnberg-Fürther Stadtkanalverein vertritt den Standpunkt, dass eine innerstädtische Autobahn nicht mehr zeitgemäß für das 21. Jahrhundert ist. Wir plädieren für eine verkehrspolitische Wende und setzen uns dafür ein, dass die vom unbeschränkten Kraftfahrzeugverkehr in Beschlag genommenen Flächen in eine innerstädtische Wasserlandschaft rückverwandelt werden.

Ein Wasserweg bietet gleichermaßen Vorteile für das Stadtklima, nachhaltigen Verkehr und Nutzung der knappen Flächen im dichtbesiedelten städtischen Raum. Darüber hinaus eröffnen sich neue Perspektiven für Tourismus, Freizeit und nicht zuletzt die wirtschaftliche Entwicklung (Gaststätten, Handel, Handwerk und Dienstleistungen).

Das Scheitern einer Stadtautobahn

Das Scheitern von Stadtautobahnen wie der A73 ist heute eine anerkannte Tatsache. Das Konzept des unbegrenzten Individualverkehrs und der autogerechten Innenstädte hat sich weltweit als Irrtum herausgestellt.

Mehr Straßen führen nur zu noch mehr Verkehr und in der Folge zu einer inzwischen nicht mehr tolerierbaren Lärm- und Umweltbelastung für die Anwohner. Darüber hinaus entstehen für die Kommune immense laufende Kosten für die Instandhaltung. Da eine autobahnähnlich ausgebaute Straße durch die Innenstadt im Wesentlichen Durchgangsverkehr anzieht, ergeben sich keine wirtschaftlichen Vorteile für die Kommune. Stattdessen vergeuden täglich Tausende Pendler im Stau kostbare Lebenszeit, anstatt die wesentlich nachhaltigeren öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Durch die Einsparung der Kosten für die Autobahn und deren Unterhalt, werden Mittel für den Ausbau und Betrieb von Schienen- und Wasserwegen frei. Letzteres zeigt ein Blick auf Venedig, eine Partnerstadt Nürnbergs, wo seit vielen Jahrzehnten der gesamte Personen- und Warenverkehr auf dem Wasser stattfindet. Obendrein werden neue Einnahmen durch Gewerbesteuern aus Gewerben und Gastronomie generiert.

Stadtklima

Die positive Wirkung einer Kanallandschaft auf das Stadtklima kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Für die dichtbesiedelten Viertel beiderseits dienen die Wasserfläche von über 6 Hektar und die über 20 Hektar begrünten Flächen als Frischluftschneise.

Flächen, die heute z.B. auf dem angrenzenden Bahngelände brach liegen, werden in das Landschaftskonzept eingebunden, ein Anschluss an vorhandene Grünflächen stärkt Flora und Fauna in Zeiten eines sich verstärkenden Drucks auf die ökologischen Systeme.

Die kühlende Wirkung des Wassers wirkt der Erwärmung des Stadtklimas entgegen, Bäume und Sträucher tragen signifikant zur Bindung von CO2 bei. Der Stadtkanal setzt obendrein große finanzielle Mittel für Mobilitätskonzepte der Zukunft frei, während das Geld ansonsten für Bau und Unterhalt einer Betonpiste verloren ginge.

Für uns ist der Stadtkanal eine Investition in die Zukunft aller Menschen.

Eine Vision für Nürnberg und Fürth

Der Rückbau der Stadtautobahn zu einem Stadtkanal auf der Trasse des alten Ludwigskanals wird ein Gemeinschaftsprojekt der Bürgerinnen und Bürger von Nürnberg und Fürth.

Als neue Vision für die langfristige Entwicklung der Nachbarstädte im 21. Jahrhundert bietet der Wasserweg gleichermaßen Vorteile für das Stadtklima, nachhaltigen Verkehr und Nutzung der knappen Flächen im dichtbesiedelten städtischen Raum.

Das Projekt beruht auf Konzepten wie Bürgerbeteiligung, kleinteiliger wirtschaftlicher Entwicklung, hochwertiger Naherholung und nachhaltigem Tourismus. Der Stadtkanal verleiht der Metropolregion Nürnberg-Fürth nicht zuletzt weltweite Sichtbarkeit für Innovation und Zukunftsfähigkeit.

Mitmachen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, dieses Projekt zu unterstützen.

Spenden

Als (noch) nicht gemeinnütziger Verein dürfen wir derzeit keine Spendenquittungen ausstellen, freuen uns natürlich dennoch sehr über eine kleine Spende.

Fördermitglieder

Fördermitglieder unterstützen den Verein finanziell oder ideel.

Der Antrag kann auch mit digitaler Unterschrift direkt per Email an uns gesendet werden.

Vollmitglieder

Vollmitglieder unterstützen den Verein mit dem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 24€.

Der Antrag kann auch mit digitaler Unterschrift direkt per Email an uns gesendet werden.

Die Vorhaben im Detail

Der Rückbau der Stadtautobahn erfolgt in drei Abschnitten. Als erstes wird der zentrale Bereich zwischen den Anschlussstellen Stadtgrenze/Doos und Gibitzenhof/Dianaplatz vom Autoverkehr befreit. Der zweite Schritt besteht darin, den neuen Kanal nach Norden über Ronhof und Kronach bis zur Ausfahrt Steinach, und nach Süden bis zum Kreuz Hafen (Anschluss an die Südwesttangente) zu verlängern. Am Autobahnknoten im Süden wie auch in Doos werden dadurch gewaltige Flächen frei, die früher durch Auf- und Abfahrten vergeudet wurden. In der Gartenstadt eröffnet sich die Möglichkeit, den Nürnberg-Fürther Stadtkanal an den noch existierenden alten Kanal Richtung Neumarkt anzuschließen.